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Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha

Geierschutz

Seit Beginn der 90er Jahre sind die Populationen der asiatischen Geier hauptsächlich im Zentrum ihres Verbreitungsgebietes auf dem indischen Subkontinent drastisch zurückgegangen. Vier Arten stehen derzeit am Rande der Ausrottung: Bengalgeier (Gyps bengalensis), Langschnabelgeier (Gyps indicus), Schmalschnabelgeier (Gyps tenuirostris) und der Lappengeier (Sarcogyps calvus).

Intensive Untersuchungen haben ergeben, dass die in der Veterinärmedizin verwendete Form des Wirkstoffs Diclofenac die Ursache für den starken Rückgang der Populationen ist. Das entzündungshemmende Mittel wird in Asien dem Vieh verabreicht; Geier geraten mit diesem Medikament in Berührung, wenn sie die Tierkadaver behandelter Nutztiere fressen. Der Wirkstoff wirkt auf die Geier hoch toxisch und führt bei ihnen zum baldigen tödlichen Nierenversagen. Der Rückgang der Geierpopulationen ist von großer ökologischer, ökonomischer und sozialer Bedeutung, denn durch das Verwerten von Kadavern, die andernfalls ein Gesundheitsrisiko darstellen können, spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem.

Mit dem Rückgang der Geier in Südasien beherbergen die südostasiatischen sommergrünen dipterocarpen Wälder, die im Wesentlichen in den nördlichen und östlichen Ebenen Kambodschas verblieben sind, nun weltweit bedeutsame Populationen der dort vorkommenden kritisch bedrohten Arten (Bengalgeier, Schmalschnabelgeier und Lappengeier). Auch hier war im Laufe des 20. Jahrhunderts ein Populationsrückgang zu verzeichnen, der aber nicht mit Diclofenac in Verbindung gebracht wird, da dieses Mittel in der Region derzeit nicht verfügbar ist. Der hauptsächlich begrenzende Faktor für die Geier in Kambodscha ist die geringe Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der Auslöschung wilder Huftierbestände und des Fehlens freilaufender Viehherden. Die sommergrünen dipterocarpen Wälder, die allgemein eine Schlüsselrolle für den Habitatschutz in Südostasien einnehmen, stellen daher eine der wenigen asiatischen Landschaften dar, in denen stabile Geierpopulationen existieren und Diclofenac derzeit ihre Existenz nicht bedroht.

Im Jahr 2004 wurde von der "Wildlife Conservation Society" (WCS) in Kooperation mit einem Zusammenschluss internationaler NGOs (WCS, BirdLife International & RSPB und WWF) und den beiden verantwortlichen kambodschanischen Regierungsbehörden (Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei und das Ministerium für Umwelt) das "Cambodia Vulture Conservation Project" ins Leben gerufen. Nach einer anfänglichen Phase mit grundlegenden Untersuchungen wurde der Aktionsplan für die Geier Kamboschas erstellt und die Empfehlungen zum Schutz und Wiederherstellung der Geierpopulationen in Kambodscha werden seither umgesetzt. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Unterstützung der so genannten Geier-Restaurants (Stationen, an denen immer wieder Futter ausgelegt wird), um zusätzliche Nahrung bereitzustellen und das Monitoring der Populationen zu ermöglichen sowie jährliche Bestandszählungen, Maßnahmen zur Nestsuche und Nestbewachung und regelmäßige Überprüfung der Diclofenac-Verfügbarkeit im Lande.

2007 wurde das ACCB offizieller Partner des Geier-Projekts und übernahm die Finanzierung für die westlichste der sieben Futterstationen in Kambodscha im Kulen Promtep Wildlife Sanctuary sowie fortlaufende Untersuchungen und Schutzmaßnahmen in diesem Gebiet. Seit 2010 wird das Geier-Restaurant in Sesan in der Provinz Stung Treng im Nordosten des Landes finanziert.


Wildtier-Monitoring und Nestschutz im Kulen Promtep Wildlife Sanctuary

Seit 2008 unterstützt das ACCB Wildtier-Monitoring und Nestschutz-Maßnahmen der Wildlife Conservation Society (WCS) im Kulen Promtep Wildlife Sanctuary in der Provinz Preah Vihear im nördlichen Kambodscha.

Die nördlichen Ebenen Kambodschas beheimaten die letzten großen sommer­grünen dipterocarpen Wälder mit eingestreuten Bereichen mit gemischter Vegetation und Auwäldern und Abschnitten mit immergrünen Flachland-Wäldern. Neben weltweit bedrohten Säugetieren, wie z. B. Banteng (Bos javanicus), Gaur (Bos gaurus), Rothund (Cuon alpinus) und mehreren Primatenarten, existieren dort auch Brutkolonien verschiedener global bedrohter großer Wasservögel, darunter einige der seltensten Vogelarten der Welt, wie z. B. Weißschulteribis (Pseudibis davisoni) und Riesenibis (Pseudibis gigantea), Großer Marabu (Leptoptilos dubios), Sunda-Marabu (Leptoptilus javanicus), Riesenstorch (Ephippiorhynchus asiaticus) und Wollhalsstorch (Ciconia episcopus), Saruskranich (Grus antigone), Malaienente (Cairina scutulata) und Indien-Schlangenhalsvogel (Anhinga melanogaster). Darüber hinaus leben der global bedrohte Ährenträgerpfau (Pavo muticus) sowie drei kritisch bedrohte Geierarten, der Bengalgeier (Gyps bengalensis), der Schmalschnabelgeier (Gyps tenuirostris) und der Lappengeier (Sarcogyps calvus) in diesem Gebiet.

Die meisten dieser Großvögel werden durch menschlich verursachte Störungen und das Absammeln ihrer Jungtiere und Eier für den lokalen Verzehr oder den internationalen illegalen Wildtierhandel bedroht. Insbesondere Marabus und Saruskraniche werden gesucht; für Letztere werden beim Verkauf im nahe gelegenen Thailand hohe Preise erzielt.

Trotz der geringen Bevölkerungsdichte sind die flachen, offenen Wälder der nördlichen Ebenen stark von der lokalen Bevölkerung genutzt, um Harz und andere Waldprodukte zu sammeln, zu fischen, Vieh grasen zu lassen und zu jagen. Da die Angestellten des Wildlife Sanctuary unmöglich die riesigen Waldflächen überwachen und patrouillieren können und unter Einbindung der lokalen Bevölkerung eine viel größere Anzahl an Nestern gefunden und erfolgreich geschützt werden können, wurde von WCS das „Northern Plains Bird Nest Protection Scheme“ etabliert. In diesem Programm wird die lokale Bevölkerung für das Melden von Nestern belohnt, und häufig werden die Anwohner angestellt, um die Vögel zu überwachen und beschützen, bis die Jungtiere flügge geworden sind.

Diese Anreize zum Naturschutz, so genannte "direkte Bezahlungen" stellen eine effektive und kosteneffiziente Methode dar, um global bedrohte, große Wasservögel zu schützen und sicher zu stellen, dass sie in großen Zahlen im Kulen Promtep Wildlife Sanctuary erfolgreich brüten können. Die Zahlungen sind insbesondere in entlegenen, ländlichen Bereichen sehr bedeutsam und bewirken einerseits das Interesse und die Unterstützung des Naturschutzes und werden andererseits für Lebensmittel, Kleidung, Bildung und Verschönerung der Häuser genutzt. Darüber hinaus werden aufgrund des zunehmenden Verständnisses für den "legalen" Naturschutzwert einer Art in der lokalen Bevölkerung illegale Jagd und Wildtierhandel reduziert. Einen weiteren Anreiz bietet die Verknüpfung mit Ökotourismus. Eine erfolgreiche Entwicklung des Ökotourismus, verknüpft mit dem Unterhalt für die Gemeinden und dem Schutz bedrohter Arten verstärkt die Wirkung des Belohnungssystems und stellt langfristige Nachhaltigkeit sicher. Denn wächst der Ökotourismus, wächst auch das Einkommen der Gemeinden, was wiederum die Motivation und den Einsatz für den Schutz der Wasservögel verstärkt. Um die entsprechenden Orte zu besuchen, buchen Sie bitte eine Tour im Sam Veasna Center.

Die Mitarbeiter des Wildlife Sanctuary führen regelmäßige bewusstseinsbildende Ver­anstaltungen in den umliegenden Gemeinden durch, um die Bevölkerung über das Nest­schutz-Programm und die Wichtigkeit des Erhaltes dieser Schlüsselarten zu informieren. Darüber hinaus wird gegen Wildtierhändler vorgegangen und Märkte in der Umgebung und an den Grenzen kontrolliert. Regelmäßig werden auch die gesichteten Nester auf Brutverlauf und ­-erfolg kontrolliert und weitere Untersuchungen durchgeführt, um weitere wichtige Informationen über diese global bedrohten Arten zu erhalten.

© 2008 - 2019 Westfälischer Zoologischer Garten Münster AG
Letzte Aktualisierung: 27.01.2016

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